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Verflixtes Higgs

Dem Geheimnis der Materie auf der Spur

Genf, 4. Juli 2012. Forscher des Europäischen Labors für Teilchenphysik (CERN) geben bekannt, sie hätten vermutlich das Higgs-Teilchen gefunden. Jenes verflixte Elementarteilchen, nach dem Physiker 50 Jahre lang gesucht hatten. "Verflixtes Higgs" erklärt, was es mit dieser Jahrhundertentdeckung auf sich hat. Auf Facebook, Google+ und Twitter laden wir alle Neugierigen ein zu der Diskussion über die alte Menschheitsfrage, was die Welt im Innersten zusammenhält.

Gilles Jobin arbeitet als Ballettmeister in Genf - eine Tätigkeit, die mit Teilchenphysik überhaupt nichts zu tun hat, würde man denken. Doch Gilles Jobin hat sich im vergangenen Jahr während eines dreimonatigen Aufenthalts am Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik (CERN) von der Arbeit der Physiker für seine künstlerische Arbeit inspirieren lassen. Im Videointerview erklärt er, welche Anregungen er von den Forschern bekommen hat, was ihn als Choreograf an der Arbeit der Physiker fasziniert und welche künstlerischen Projekte er am CERN realisiert hat.

 

Angela Büchler liess sich zunächst zur Primarlehrerin ausbilden, später studierte sie Physik und forschte am CERN. Im Videointerview erzählt sie, wie sie bei einem Studienaufenthalt am CERN Feuer fing für die Teilchenphysik und wie dabei die Physik zu ihrem Traumberuf wurde. Das Studium an der Universität Zürich habe ihr einiges abverlangt, gesteht sie, später aber hätten ihr Bücher zur Teilchenphysik ganz einfach Spass gemacht: "Das ist wie ein Roman." Auch wenn Angela Büchler unterdessen bei einer Informatikfirma arbeitet, ist sie noch immer fasziniert von der Möglichkeit, an CERN-Experimenten direkt teilnehmen zu können: "Das bedeutet unter Umständen, dass man dabei ist, wenn sich unser Weltbild grundlegend ändert."  

 

Martina Merz ist Professorin für Soziologie an der Universität Luzern und untersucht unter anderem, wie Wissenschaftler zusammenarbeiten und neues Wissen hervorbringen. Merz hat insbesondere auch erforscht, wie Physiker am CERN kooperieren. Wo neue Erkenntnisse entstehen sollen, da sei es wichtig, dass man "Freiräume schafft für das Querdenken", sagt Merz. Ein Gedanke, dem auch die Wirtschaft vermehrt nachleben sollte. Auf die Frage, warum es in der Schweiz mehr Physiker gibt als Physikerinnen, verweist die Soziologin auf andere Länder, wo Physikerinnen viel stärker vertreten sind. Wieso es diese nationalen Unterschiede gibt, dafür hat Martina Merz eine schlagende Erklärung. 

 

Christoph Grab ist Physikprofessor an der ETH Zürich und erforscht am CMS-Experiment des CERN unter anderem das Higgs-Teilchen. Im Interview erklärt er, warum die Schweiz in der Teilchenphysik-Forschung eine wichtige Rolle spielt. Und er sagt, was die Physiker nach der vermuteten Entdeckung des Higgs-Teilchens im Sommer 2012 jetzt weiter vorhaben: "Man muss die Eigenschaften dieses Teilchens im Detail messen."

 

Ruth Durrer ist Kosmologin an der Universität Genf. Die Physikprofessorin erforscht unter anderen die Entstehung des Universums. Was aber hat das mit dem winzig kleinen Higgs-Teilchen zu tun? Eine ganze Menge, wie Ruth Durrer im Interview erklärt. 

 

Hans Peter Beck, Physikdozent an der Uni Bern und Forscher am CERN, ist seit Jahren hautnah an der Suche nach dem Higgs-Teilchen beteiligt. Im Interview erzählt Beck, wie der Alltag eines Forschers aussieht und warum er Teilchenphysiker geworden ist: "Ich war immer sehr neugierig!" 

Warum aber ist dieses Higgs-Teilchen so wichtig? Weil das Teilchen und das zugehörige Higgs-Feld für unsere Welt und den ganzen Kosmos von grundlegender Bedeutung sind. Das Higgs-Feld, welches das ganze Universum durchdringt, sorgt nämlich dafür, dass Elementarteilchen Masse haben. Hätten Teilchen keine Masse, wäre alle Materie im Universum ungebremst mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Chaos würde herrschen.

 

Als Lea ihrem Freund Jonas von der Entdeckung des Higgs-Teilchens erzählt, reagiert dieser genervt. "Mich bremst keiner!" sagt er und prescht mit seinem Skateboard los. Jonas lässt sich nicht bremsen, er will seine Freiheit. Bis ihn dann doch die Neugierde packt, was es mit Leas seltsamem Teilchen auf sich hat.