"Wir stellen die gleichen Grundfragen wie Philosophie und Theologie, antworten aber mit anderen Methoden."
Dr. Marc Gillioz, aus Sion, zur Zeit Postdoc an der Syddansk Universität/Dänemark
„Wenn Sie im Flugzeug sitzen, dann vertrauen Sie der Physik.“
Laura Baudis, Physikprofessorin Universität Zürich
"Als Physiker arbeite ich mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt und rund um den Globus zusammen."
Martin Fertl, Physiker am PSI und CHIPP-Preisträger 2013
"In der Forschung ist die Zusammenarbeit mit Ärzten fundamental."
Martina Bucciantonio, forscht am CERN zur Hadronentherapie
"Unsere Messresultate helfen Forschern weltweit, bestimmte neue Teilchenmodelle auszuschliessen."
Dr. Stefan Ritt, Leiter Myonenphysik am PSI
"Unsere Forschungskultur bei hochspezialisierten Mikrochips führte zu drei Start-ups, deren Produkte weltweit gefragt sind."
Prof. Roland Horisberger, Leiter Hochenergiephysik PSI
"Das Experiment ist der Schlüssel zum Verständnis der Welt."
Dr. Andreas Knecht, Myonen-Forscher am PSI
„Die Grundlagenforschung vermittelt eine Begeisterung, von der unsere Studenten und Studentinnen lange zehren.“
Olivier Schneider, Physikprofessor an der ETH Lausanne
„Ich habe die Chance genutzt, in die Privatwirtschaft zu gehen und praktische Physik zu machen.“
Jonas Knüsel, Physiker bei der SWAN Isotopen AG
"Das in der Teilchenphysik geschulte analytische Denken hilft gesellschaftliche Probleme, wie sie z.B. in der Medizin auftreten, strukturiert zu lösen."
Christoph Grab, Physikprofessor ETH Zürich
"Wir wollen die Natur besser verstehen – das führt uns auf eine höhere Ebene der Existenz."
Tatsuya Nakada, Physikprofessor ETH Lausanne
"Auch komplexe Physik ist einem breiten Publikum vermittelbar, wenn man sie entsprechend runterkocht."
Günther Dissertori, Physikprofessor ETH Zürich
"Wenn ich die Natur verstehe, stehe ich staunend vor der Schöpfung."
Gilberto Colangelo, Physikprofessor Universität Bern
"Unsere Forschung könnte die heutigen Vorstellungen vom Aufbau der Materie sprengen."
Dr. Angela Papa, Myonen-Forscherin am PSI
Aktuell

Zu Besuch bei Einsteins Enkeln

 

Wie forschen moderne Physiker? Eine Antwort auf diese Frage gibt Mark Levinson mit seinem Dokumentarfilm 'Particle Fever'. An diesem Mittwoch feiert der Film im Swiss Science Center Technorama in Winterthur Deutschschweiz-Premiere. Wir haben den Film vorgängig visioniert. Eine Besprechung.

Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli hat eine Offensive ins Leben gerufen, mit der sie Schüler und Lehrkräfte insbesondere für Physik und Chemie begeistern will. Aepplis Initiative hat die gleiche Stossrichtung wie die MINT-Offensiven anderer Kantone: Sie will den Mangel an Ingenieuren und naturwissenschaftlich gebildeten Fachkräften verringern. Begeisterung wecken für Technik und Naturwissenschaften ist nicht immer einfach, zumal in der Physik. Denn die moderne physikalische Grundlagenforschung ist oft schwer verständlich. Sie überfordert selbst Menschen mit guter Schulbildung.

Denkmal für das Higgs-Teilchen

Im Juli 2012 entdeckten Wissenschaftler am Europäischen Labor für Teilchenphysdik (CERN) in Genf das Higgs-Teilchen. Bei diesem Elementarteilchen – Journalisten nenne es gern auch 'Gottesteilchen' – handelt sich um einen der 25 heute bekannten Bausteine unserer Materie. Der Nachweis des Higgs-Teilchens war eine der wichtigsten Entdeckungen der jüngeren Zeit. Sie rief in einer breiten Öffentlichkeit die Bedeutung der physikalischen Forschung in Erinnerung.

 

Der US-amerikanische Filmregisseur Mark Levinson, selber ausgebildeter Physiker, hat der Entdeckung des Higgs-Teilchens mit dem Dokumentarfilm 'Particle Fever' ein Denkmal gesetzt. Levonson rückt die Menschen ins Zentrum, die an der Higgs-Entdeckung beteiligt waren. Im Film kommt ein halbes Dutzend Physikerinnen und Physiker zu Wort, quasi Albert Einsteins Enkel. Zu den Personen gehört der Schweizer Physiker Peter Jenni. Er gilt als Gründervater von ATLAS, einem CERN-Grossexperiment mit mehreren Tausend Wissenschaftlern, das für die Higgs-Entdeckung von zentraler Bedeutung war.

Die Mühen der Forschung

Die Wissenschaftler sprechen in 'Particle Fever' über ihren Forscheralltag und ihr Weltbild. Im Zentrum ihrer Tätigkeit am CERN steht der 27 Kilometer lange, unterirdisch in einem ringförmigen Tunnel untergebrachte Teilchenbeschleuniger LHC. Diese Apparatur – im Grunde ein Mikroskop von höchster Präzision – war bereits in den 1980er Jahren ausgedacht worden. Bau und Inbetriebnahme des LHC dauerten dann aber nochmals ein Vierteljahrhundert. Erst 2012 konnte dann das Higgs-Teilchen dingfest gemacht werden. Einen Moment lang hatte es sogar danach ausgesehen, als seien mit dem LHC Milliarden in den Sand gesetzt worden. Das war im September 2008, als der Teilchenbeschleuniger kurz nach der Inbetriebnahme wegen einer technischen Panne wieder ausfiel – und während anderthalb Jahre repariert werden musste.

'Particle Fever' ist eine lebendig erzählte Einführung in die Gedankenwelt der modernen Physik. Als dramaturgischer Kniff stellt der Film zwei Theoriegebäude gegeneinander. Das erste – die Supersymmetrie – sagt voraus, dass es zu den uns bekannten Elementarteilchen jeweils ein Spiegelteilchen gibt. Mit dieser Annahme glauben die Physiker bisher rätselhafte Phänomene wie die sogenannte Dunkle Materie erklären zu können. Das zweite Theoriegebäude nimmt an, unser Universum sei nur Teil eines noch viel grösseren Ganzen, eines sogenannten Multiversums. Physiker erhoffen sich von den LHC-Resultaten Anhaltspunkte, welche der beiden Theorien zutreffen könnte. Bisher liegen solche Resultate allerdings nicht vor, wie Levinsons Film kleinlaut einräumen muss.

Ausflug in die Theologie

Nicht jedem Physiker wird die Schlusspassage des Films gefallen. Dort greift Mark Levinson zu einem ziemlich kühnen Vergleich: Er verleiht dem Higgs-Teilchen geradezu göttlichen Charakter und bezeichnet es als „Schöpfer und Zerstörer“. Levinson beruft sich dabei auf die Tatsache, dass die mit dem Higgs-Teilchen zusammenhängenden Mechamismen dafür verantwortlich sind, dass unsere Materie überhaupt eine Masse hat, Materie also erst zu Materie macht. Physikern dürfe Levinsons Ausflug in die Theologie missfallen. Für die meisten von ihnen ist schon der Begriff 'Gottesteilchen' eine missliebige theologische Spekulation.

Benedikt Vogel (veröffentlicht 29. 9. 2014). Die Filmbesprechung ist am 29. 9. 2014 im Winterthurer 'Landboten' erschienen.

Der Film 'Particle Fever' wird diesen Mittwoch, 1. Oktober, um 18 Uhr in der Aula des Technoramas als Deutschschweiz-Premiere gezeigt (in englischer Sprache). Eintritt frei. Im Anschluss diskutieren die Psychologin Clara Kulich (Uni Genf), der Publizistikwissenschaftler Mike S. Schäfer (Uni Zürich) und der Physiker Hans Peter Beck (Uni Bern, CERN).

Bereits morgen Dienstag, 30. September, um 16 Uhr gibt es zum Film eine Internetdebatte. Zugang zum Google Hangout haben Sie hier.

Aktuell

         

Im Elementarteilchenfieber

Im Juli 2012 haben CERN-Physiker das Higgs-Teilchen entdeckt. Diesem Erfolg setzt der US-amerikanische Physiker und Filmregisseur Mark Levinson im Dokumentarfilm 'Particle Fever' ein Denkmal. Dieser Film feiert am 1. 10. 2014 um 18.00 Uhr am Swiss Science Center Technorama in Winterthur Deutschschweiz-Premiere. Im Anschluss diskutieren über den Film Dr. Clara Kulich (Psychologin, Uni Genf), Prof. Mike S. Schäfer (Publizistikwissenschaftler, Uni Zürich), PD Dr. Hans Peter Berk (Physiker, Uni Bern und CERN). Moderation: Hanna Wick, Wissenschaftsjournalistin SRF. Die Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Eintritt frei.

Bereits am 30. 9. um 16.00 Uhr diskutieren Clara Kulich und der Physiker PD Dr. Hans Peter Beck (Uni Bern, CERN) unter der Moderation von Marco Kovic in einem Google-Hangout. Den Zugang zur Internet-Diskussion haben Sie hier

No one can stop me

Das Higgs ist entdeckt! Lea ist begeistert und will unbedingt mehr über das seltsame Teilchen erfahren. Ihren Freund Jonas dagegen lässt die Nachricht kalt. Er zieht lieber seine Runden - bis ihn dann doch die Neugierde packt.